Samstag, 29. Januar 2011

Erstmal nachschlagen

In Ägypten scheint die Revolution inzwischen in vollem Gange zu sein. Um weltpolitische Ereignisse besser zu verstehen, habe ich mich entschlossen häufiger Fachliteratur zu Rate zu ziehen. Schauen wir uns also heute eine genauere Definition der Begriffe Revolution, Revolte und Aufruhr an.

Ein Aufruhr wird definiert als:

Ein Volksfest, das unschuldige Passanten für die Belustigung des Militärs geben. 

Wie in den Videos der letzten Tage klar zu sehen ist, waren die Soldaten gut unterhalten als sie mit Panzern in Kairo eintrafen (siehe auch). Also, ganz klar ein Aufruhr in Ägypten.

Aber handelt es sich tatsächlich bereits um eine Revolution oder gar eine Revolte. Laut Ambrose Bierce ist eine Revolution:

Ein abrupter Wechsel in der Mißregierungsform. Revolutionen gehen gewöhnlich mit beträchtlichem Blutvergießen einher, doch man sagt, dass sie es wert sind - eine Einschätzung, die von den Nutznießern stammt, deren Blut nicht das Unglück hatte, vergossen zu werden.

Laut Spiegel wird in Kairo bereits reichlich Blut vergossen und der Wechsel von einer Diktatur (Mubarak) zu einem islamistischen Gotteststaat (Muslimbruderschaft) könnte man durchaus als Wechsel von einer Mißregierungform zur nächsten interpretieren. Dieser Wechsel ist allerdings noch nicht abgeschlossen, die Revolution scheint also noch nicht beendet zu sein.

Kommen wir schließlich zur Revolte ... das klingt ja auch irgendwie besser. Laut dem bereits zitierten Zyniker Standardwerk "Das Wörterbuch des Teufels" ist eine Revolte:

Eine erfolglose Revolution. Der gescheiterte Versuch der Unzufriedenen, ein miserables Herrschaftssystem durch eine schlechte Regierung zu ersetzen.

Da muss man wohl noch etwas abwarten um das zu beurteilen ... liegt aber durchaus im Bereich des Möglichen.

(Zitate: "Aus dem Wörterbuch des Teufels - Ambrose Bierce" - deutsch von Dieter E. Zimmer)